
AFGHANISTAN/PAKISTAN

Pakistan hat dem Irak und auch Afghanistan mittlerweile den Rang als bedeutendster Schauplatz im Krieg gegen den islamistischen Terrorismus abgelaufen. Die jüngsten Verhaftungen von Mullah Abdul Kabir (Mitglied des Führungsrates der afghanischen Taliban) und von Mullah Abdul Ghani Baradar (Verantwortlicher für die taktische Planung der afghanischen Taliban) in Pakistan untermauern dies.

AFGHANISTAN
Es hat den Anschein, als hätte das US-Militär aus vergangenen Fehlern gelernt und den Kurs seiner Kriegsführung in Afghanistan korrigiert. Bei genauerer Betrachtung aber erkennt man bereits die ersten deutlichen Zeichen des Scheiterns der Operation. Denn wieder gibt es viel zu viele „Kollateralschäden“. Insgesamt entpuppen sich die Pläne der Londoner Konferenz vor allem als Glaube und Hoffnung.

AFGHANISTAN
Welche geopolitischen Interessen haben die USA in Afghanistan wirklich? Welche Rolle spielen Russland, China, der Iran und Pakistan? Wer profitiert, wenn die NATO scheitert?

AFGHANISTAN

Vor kurzem ist durch die Medien bekannt geworden, dass innerhalb der NATO eine Direktive existiert, die vorsieht, mit militärischen Mitteln gegen so genannte Kriminelle in Afghanistan vorzugehen. Gemeint sind zum Beispiel Beteiligte am Drogengeschäft. Es wurde jedoch einmal mehr klar, in welch einer Sackgasse sich die Afghanistan-Mission befindet. Vor der Öffentlichkeit und vor politischen Entscheidungsträgern sollte sogar verheimlicht werden, welche konkreten Maßnahmen denn nun geplant sind.

EM-INTERVIEW
Die 1966 in Kabul geborene Mári Saeed ist nach vielen Wirrungen im Jahr 1995 knapp dreißigjährig in Deutschland gelandet. Fast 15 Jahre lebt sie hier und ist heute u. a. als Wellnessberaterin tätig. Wie sie empfindet, zwischen zwei Kulturen und zwei unterschiedlichen Leben hin- und hergerissen und wie ihr Alltag aussieht, schildert sie in ihrem soeben erschienenen Buch „Mein Kabul – mein Deutschland“. Das Eurasische Magazin hat mit ihr über das Leben hier und über die Perspektive Afghanistan für ihre Zukunft gesprochen.

AFGHANISTAN

Häusliche Gewalt, Ehrenmorde, Selbstverbrennungen, Zwangsehen, Analphabetismus: Die kanadische Fotojournalistin Lana Šlezic hat über zwei Jahre lang den Alltag afghanischer Frauen beobachtet. Es sind sehr ambitionierte, aufrüttelnde Fotografien entstanden. Lana Šlezic hat die Opfer porträtiert und ihre Geschichten geschildert. Hier Auszüge aus ihrem Buch „Verleugnet“, die in ihrer knappen Form mehr sagen als lange Abhandlungen.

EM-INTERVIEW

Der Klassische Archäologe und Romanautor Michael Pfrommer hat einen Roman abgeliefert, in welchem vor über 60 Jahren eine Illustre Gesellschaft am Hindukusch agiert: Eine junge elternlose Adelige aus Deutschland, ein SS-Sturmbannführer, ein afghanischer Fürst, ein orientalischer Dschinn namens Iskender und das Britische Empire.

AFGHANISTAN
Was eine deutschen Entwicklungshelferin nach Afghanistan zieht, wie sie sich mit den Gefahren arrangiert und wie die Afghanen sie aufnehmen.

EM-INTERVIEW

In Afghanistan liegt vieles im Argen. Im Gespräch mit dem Eurasischen Magazin moniert Dr. Timo Noetzel vor allem die fehlende Gesamtstrategie der NATO für das Land am Hindukusch. Er leitet seit April 2008 eine zu internationaler Stabilisierungspolitik und modernen Protektoraten arbeitende Nachwuchsgruppe des Exzellenzclusters der Universität Konstanz. Der Westen, so Noetzel weiche vielen Problemen einfach aus und schaffe damit eine bedrohliche Entwicklung. Es sei zu hoffen, dass in Bukarest die angekündigte Strategie beschlossen und verabschiedet werde, die der Entwicklung eine gewisse Wende geben könnte. Daran werde man Bukarest messen müssen.

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Wenn es nicht gelingt, die Gewaltstrukturen in Afghanistan aufzubrechen, die Drogenwirtschaft zu zerschlagen und die Korruption einzudämmen, ist die Prognose für das Land düster: dann droht ein Somalia-Szenarium mit Bürgerkrieg wie in den neunziger Jahren. Davor warnt der Afghanist Thomas Ruttig von der Stiftung Wissenschaft und Politik im Gespräch mit dem EURASISCHEN MAGAZIN. Um das Ruder vielleicht noch herumreißen zu können, müsste die internationale Gemeinschaft die afghanische Bevölkerung für sich gewinnen.

AFGHANISTAN
Es ist bald fünf Jahre her, dass US-Truppen und NATO zusammen mit der so genannten Nordallianz gegen die islamistischen Taliban in Afghanistan vorrückten. Die bärtigen Fanatiker Allahs wurden vertrieben. Frieden hat das Land seither nicht gefunden. US-Truppen, Milizen, die Aufbautruppe ISAF und in Kürze auch die NATO versuchen, die Ordnung aufrechtzuerhalten. Doch die Taliban kehren zurück. Ihre Schläge gegen die westlichen Besatzungstruppen werden immer präziser. Das Schicksal des Landes ist ungewiss.

AFGHANISTAN

Verstöße gegen Sitten und Wertvorstellungen der Afghanen durch westliche Organisationen sind vor allem in Kabul an der Tagesordnung. Sie spielen den Taliban in die Hände und bringen neuen und unerwarteten Zulauf für die islamistischen Kämpfer. Das Land könnte für den Westen bereits verloren sein, befürchtet Dr. Conrad Schetter vom Zentrum für Entwicklungsforschung der Universität Bonn. Mit ihm sprach das EURASISCHE MAGAZIN über die Lage in Afghanistan im fünften Jahr der westlichen Intervention.

RUSSISCHES KINO

Erstmals läuft in Rußlands Kinos eine aufwendig inszenierte Filmproduktion zum sowjetischen Afghanistan-Krieg. Die Geschichte über den frühen Tod sibirischer Soldaten im Hindukusch-Gebirge ist ein Kassenschlager.
Die Handlung spielt im Frühjahr 2007. Also in unserer unmittelbaren Gegenwart. Sie entwickelt sich aus realen Fakten. Jedenfalls erweckt der neue Thriller Forsyths diesen Eindruck durch seine oft geradezu erdrückende und verwirrende Ansammlung von Namen, Organisationen, Abkürzungen, nachrichtendienstlichen Vernetzungen und militärischen Spezialkenntnissen über Schiffe, Geschosse, Flugzeuge und Raketen. Der aus dem Laptop eines Al Kaida-Chefs gefischte Code „Al-Isra“, der im Koran die nächtliche Reise des Propheten nach Jerusalem meint, steht für den entscheidenden Schlag gegen den Westen. Angepeilt ist der G8-Gipfel, zu dem sich die Chefs der großen Industrieländer und Russlands verabredet haben.
Ein Flugzeug stürzt ab, eine Frau verschwindet. Ist sie verunglückt, untergetaucht? Götz, ihr Mann, weiß es nicht, ahnt, dass Johanna nicht zurückkommen wird.
Von der Trostlosigkeit im Afghanistan der Nach-Taliban-Ära. Ein Plädoyer für mehr Gleichberechtigung von der iranischen Regisseurin Makhmalbaf.
Aus dem Amerikanischen von Angelika Naujokat und Michael Windgassen, Berlin-Verlag,
ISBN 3-8270-0516-7.