
NORDKAUKASUS
Dmitri Medwedew will den Nordkaukasus auch mit verstärkter Wirtschaftsförderung voranbringen. Bisher jedoch ohne sichtbaren Erfolg.

KAUKASUS

Die von Georgien abgespaltenen Republiken Abchasien und Südossetien geraten nicht aus den Schlagzeilen. Erst kommt es im Schwarzen Meer zu Piratenakten der georgischen Marine gegen türkische Schiffe mit Ziel Abchasien. Dann erklärt der weltweit als Provokateur auftretende Hugo Chavez, dass seine Bolivarische Republik Venezuela die Separatistenrepubliken im nördlichen Kaukasus anerkennen wird. Und zu guter Letzt gesellt sich nun die westpazifische Kleinrepublik Nauru zu den Staaten, die Abchasien und Südossetien anerkennen. Der Autor stellt Überlegungen zu einer möglichen Friedenslösung in Form eines völkerrechtlichen Kondominiums vor.

KRIEGSPROPAGANDA
Die Russen sind wieder einmarschiert nach Georgien. Das suggerierte im März ein Film in der Nachrichtensendung des georgischen Fernsehkanals Imedi. Inhalt: Russische Truppen sind wie im August 2008 in das Land eingefallen. Der georgische Präsident Michail Saakaschwili wurde getötet. Moskaus Truppen installierten eine prorussische Regierung unter Leitung der Oppositionsführerin Nina Burdschanadse, die eine „Volksregierung“ ausrief. In Moskau stieß die Propagandasendung auf entschiedenen Protest.

GEORGIEN
Der Krieg vor einem Jahr hat alles nur noch schlimmer gemacht. In Georgien herrschen, vor allem auf dem Land, Stillstand und Verfall. Präsident Saakaschwili überlebt durch den ihm ergebenen Sicherheitsapparat. Ausländische Zuwendungen erreichen rund 30 Prozent des Bruttosozialprodukts und kommen vor allem der herrschenden Klasse zugute. Eine Änderung der trostlosen Lage ist nicht in Sicht.

GEORGIEN
Gut ein Jahr nach dem georgischen Angriff auf Südossetien ist die Kluft zwischen Südosseten und Georgiern tiefer denn je. Die Grenze ist dicht. Aus Südossetien sind die Georgier verschwunden. Ihre Häuser stehen nicht mehr. An Rückkehr ist nicht zu denken. Beide Seiten werfen einander Genozid vor. Und auch ein Jahr nach dem Krieg begegnet man Hass und Krieg in Südossetiens Hauptstadt Zchinvali in jeder Straße.

KAUKASUS
Nach Mord-Vorwürfen kündigt der Präsident Tschetscheniens, Ramsan Kadyrow an, er werde gegen den Vorsitzenden der Menschenrechtsorganisation Memorial, Oleg Orlow, eine Verleumdungsklage führen. Darauf ließ dieser das Büro seiner Organisation in Grosny schließen.

GEORGIEN
Ende Juli – knapp ein Jahr nach dem „Fünftagekrieg“ um Südossetien – stand Georgien einmal mehr auf der Agenda der internationalen Politik. US-Vizepräsident Joseph R. Biden machte in Tiflis Station, um ein klares Signal zu senden.

GEORGIEN
In Georgien, durch das eine für den Westen wichtige Öl-Pipeline verläuft, nehmen die Spannungen zu. Nach wochenlangen Massen-Demonstrationen der Opposition gegen den Präsidenten Michail Saakaschwili wurde jetzt nach einem Feuergefecht der Anführer einer angeblichen Meuterei im Militär verhaftet und ein anderer Meuterer getötet.

RUSSLAND
Auf Anordnung von Kreml-Chef Dmitri Medwedew wurde das Anti-Terror-Regime für Tschetschenien aufgehoben. 20.000 russische Soldaten sollen abgezogen werden. Die Polizei und etwas wirtschaftliche Freiheit sollen nun das Land befrieden. Ein Zitter-Modell, das nicht zukunftsfähig sein dürfte.

ANALYSE

Werden die Auswirkungen der globalen Wirtschaftskrise auf den GUS-Raum betrachtet, richtet sich der Blick meist nur auf Russland, die größte Volkswirtschaft, vielleicht noch auf Kasachstan, die zweitgrößte, oder auf die zum Sorgenkind internationaler Finanzorganisationen gewordene Ukraine. Aufmerksamkeit verdienen aber auch die kleineren Volkswirtschaften in Zentralasien und im Südkaukasus, wo mit schmerzhaften sozialökonomischen Einschnitten zu rechnen ist.

GEORGIEN
„Weit verbreitetes Missmanagement, unqualifizierte Führung und Bedarf an weitreichender Reform“ – mit diesen drastischen Worten fasste die New York Times einen vertraulichen Bericht des Pentagon über den Zustand der georgischen Armee zusammen, welcher der renommierten Tageszeitung in Auszügen zugespielt wurde. Nachdem die Streitkräfte der Südkaukasusrepublik bereits im August 2008 durch einen „Fünf-Tage-Krieg“ gegen Russland in ihren Grundfesten erschüttert worden waren, kratzt dieser Bericht weiter am einstigen Prestigeprojekt der georgischen Führung. Trost spenden sollen nun allerdings fortgesetzte US-Militärhilfe und ein bilaterales Partnerschaftsabkommen mit den Vereinigten Staaten, dessen Unterzeichnung noch vor dem Amtsantritt Barack Obamas geplant ist.

KAUKASUS
Warum die Europäische Union gegenüber Russland keine Linie findet, wie aktuell der Stratege Zbigniew Brzezinski noch immer ist und warum ein eurasischer Energieverbund die Beherrschung des Kontinents durch die USA verhindern kann.

KRIEGSRELIKTE

Während im Kaukasus die Toten der jüngsten Kämpfe bestattet werden, durchwühlen russische Organisationen die Schlachtfelder des Zweiten Weltkriegs. So mancher vermisste Rotarmist bekommt durch sie noch ein richtiges Begräbnis. Die Gebeine der deutschen Soldaten werden wieder zugeschüttet. Unsere Autorin hat die Gruppe „Nabat“ bei ihrer aufwühlenden Tätigkeit begleitet.

KAUKASUS-KOMMENTAR
Moskau-Korrespondent Ulrich Heyden macht sich seine Gedanken über das Cui bono? – wem nutzt was? - in der Kaukasuspropaganda des Westens.

RUSSLAND
Die Vorgänge im Kaukasus sind aus russischer Sicht das Signal für den Eintritt in eine neue Phase der internationalen Beziehungen: So nicht weiter, Herr Bush!, könnte man sie übersetzen. Hier beginnt Russland! Hier beginnt die Notwendigkeit von Absprachen statt der weiteren Militarisierung internationaler Beziehungen. Hinter sein aktuelles Eingreifen im Kaukasus wird Russland nicht zurückgehen.

KAUKASUS

Putins und Medwedjews Russland ist nicht mit der Sowjetunion oder dem „gedemütigten“ Deutschland des 20. Jahrhunderts zu vergleichen –auch wenn raumpolitische Machtkonstellationen der Zwischenkriegszeit und des Kalten Krieges das signalisieren mögen.

KAUKASUS
Der Kreml ist zurück im großen eurasischen Spiel und offenbar nicht mehr gewillt, die Ausbreitung der NATO bis an seine unmittelbaren Grenzen ohne Gegenwehr hinzunehmen. Russland zeigt sich im Gegenteil von der NATO unbeeindruckt. Den blutigen Angriff Georgiens auf Südossetien beantwortete der Kreml knallhart und ohne Zaudern.

GEORGIEN

Ganze Stadtviertel liegen in Schutt und Asche, ausgebrannte Häuserskelette reihen sich an der Hauptstraße entlang, die mit Glassplittern und zerbrochenen Eternitplatten übersät ist. Der Krieg hat deutliche Spuren in Zchinwali hinterlassen, der Hauptstadt Südossetiens. Wenige Tage nach den schweren Angriffen georgischer Truppen kehrt langsam der Alltag zurück in die Stadt. Die Geflüchteten kommen heim, russische Katastrophenschützer stellen die Strom- und Gasversorgung her, Bagger räumen die Trümmer beiseite, der Wiederaufbau beginnt. Doch das Kriegstrauma wird viele Menschen in Zchinwali noch lange begleiten.

EM-INTERVIEW

Der georgische Oppositionsführer Georgi Chaindrawa war unter Saakaschwili Minister für die Konfliktregelung mit den abtrünnigen Provinzen, wurde 2006 aber entlassen, weil er militärische Abenteuer zur Rückgewinnung dieser Gebiete ablehnte. Er ist ehemaliger Filmregisseur und einer der herausragenden Köpfe der georgischen Opposition. Im Gegensatz zu den meisten Oppositionsführern, die den georgischen Präsidenten nicht kritisieren wollen, solange russische Truppen in Georgien sind, nimmt Chaindrawa auch heute kein Blatt vor den Mund. Das Eurasische Magazin interviewte ihn zur aktuellen Lage.

GEORGIEN
Die Menschen auf den Straßen von Tiflis machen sich keine Illusionen über ihre Lage und das Regime Saakaschwili. Viele sehen in ihm nur einen Erfüllungsgehilfen der USA, der das Land in den Bankrott geführt hat.

GEOPOLITIK
Beide Kammern des russischen Parlaments haben für die Unabhängigkeit der beiden abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien votiert. Kremlchef Präsident Dmitri Medwedjew hat den Antrag unterzeichnet und damit die beiden Länder als selbstständig anerkannt. Was treibt Russland zu dieser Politik?

GEORGIEN

Noch vor wenigen Monaten galt der Konflikt um das kleine, von Georgien abtrünnige Südossetien als „eingefroren“. Doch im August 2008 eskalierte eine georgische Militärintervention in der gebirgigen Region in einen offenen Krieg. Nach einem militärischen Gegenangriff Russlands ließ der nächste Paukenschlag nur kurz auf sich warten: Am 26. August 2008 verkündete Russlands Präsident Medwedew die offizielle Anerkennung Südossetiens und Abchasiens, einer zweiten von Georgien abtrünnigen Region. Der georgische Präsident Saakaschwili, der bei seinem Amtsantritt die territoriale Reintegration als zentrales Ziel formulierte, hat damit viel verloren: Die Separatistengebiete sind weiter denn je von georgischer Kontrolle entfernt, und auch innenpolitisch zeichnet sich Widerstand ab.

KAUKASUS

Schneesicher aber höchst lawinengefährlich ist Europas höchster Berg, der 5.642 Meter hohe Elbrus. Er soll zum Ausweichquartier für das Seebad Sotschi am Schwarzen Meer werden, wenn die Olympischen Winterspiele im Jahr 2014 von der Region ausgerichtet werden.

KAUKASUS

In der Hauptstadt des von Georgien abtrünnigen Adschariens hat sich ein erstaunlicher Wandel vollzogen: von Grau nach Bunt. Es gibt westlichen Luxus und das, obwohl in manchen Köpfen die Anziehungskraft des Westens stark zurückgegangen ist.

EM-INTERVIEW

Interview mit Sergej Bagapsch, dem Präsidenten der international nicht anerkannten abtrünnigen georgischen Provinz Abchasien.

GEORGIEN

Die Konflikte zwischen Georgien und Russland führen seit langem zu erheblichen Spannungen in der gesamten Region. Unser Autor hat dazu im Eurasischen Magazin 03-08 eine umfangreiche Arbeit vorgestellt. Hier der zweite Teil, der sich den Beziehungen Georgiens zur Russischen Föderation widmet.

GEOPOLITIK

Solange Georgien in die NATO dränge, werde es seine Probleme mit den Abchasen und Südosseten nicht lösen können, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow
unmissverständlich. Jetzt hat Moskau gezeigt, welchen Druck es in dieser Angelegenheit aufzubauen gewillt ist. Es nimmt konsularische Beziehungen zu den abtrünnigen Gebieten auf und stärkt den Separatisten damit gehörig den Rücken. Keine Frage: Der Kreml ist zurück im großen eurasischen Spiel und offenbar nicht mehr gewillt, die Ausbreitung der NATO bis an seine unmittelbaren Grenzen ohne Gegenwehr hinzunehmen.

GEORGIEN

Woher rühren die Konflikte in Georgien und wie wird die Entwicklung des Landes weitergehen? Darüber hat unser Autor eine umfangreiche Arbeit verfasst, die wir hier in journalistischer Überarbeitung leicht gekürzt wiedergeben.

GEORGIEN
Das Land nennt sich selbst gerne der „Balkon Europas“ – aber vielleicht wäre „Balkan“ der treffendere Vergleich. Am 21. Mai sollen in Georgien Parlamentswahlen stattfinden. Im Vorfeld der Wahlen befinden sich Oppositionelle im Hungerstreik. Der Besitzer des regierungskritischen Privatsenders „Imedi“ starb einen angekündigten Tod. Politische Gegner des Präsidenten Michail Saakaschwili landen im Gefängnis. Die Hoffnung auf baldige NATO-Mitgliedschaft der Kaukasus-Republik dürften angesichts dieser Vorgänge obsolet sein – auch wenn sich US-Präsident Georges W. Bush noch so sehr dafür einsetzt und das Geburtsland Stalins aufrüstet: mit amerikanischen Waffen, Uniformen und Ausbildern.

IRAN-ASERBAIDSCHAN
In der Unruheregion zwischen Armenien und Aserbaidschan fließt wieder Blut. Einer der Gründe ist die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo vom 17. Februar. Seither kommt es wegen der überwiegend von Armeniern bewohnten, aber in Aserbaidschan gelegenen Region Berg-Karabach (Nagorny Karabach) wieder zu Schießereien zwischen den Streitkräften Armeniens und Aserbaidschans. Es gab schon mehrere Dutzend Todesopfer. Doch auch an der iranisch-aserbaidschanischen Grenze wird geschossen. Hier und im gesamten Kaukasus mischen Russland und die USA seit einiger Zeit ihre Karten neu für das „Great Game“, das große Spiel. Nun sind neue Mitspieler dazugekommen: der iranische Gottesstaat und die islamistischen Fundamentalisten.

RUSSLAND-ARMENIEN
Die Beziehungen zwischen Russland und Armenien werden in Moskau von Experten als die wichtigsten im postsowjetischen Raum betrachtet. Russland und Armenien sind durch Energieströme und durch Waffenbrüderschaft verbunden. Auch die USA buhlen um den Kaukasusstaat. Doch nicht nur in der Hauptstadt Eriwan wird befürchtet, ein „Seitenwechsel“ könnte einem politischen Selbstmord gleichkommen.

ASERBAIDSHAN
Noch stecken die Bemühungen um eine alternative Energieversorgung im Öl- und Gasland zwischen Kaukasus und Kaspischem Meer in den Kinderschuhen. Aber es gibt ehrgeizige Ziele, die mit dem Kapital ausländischer Investoren und technologischer Hilfe – vor allem aus Deutschland – schon bald erreicht werden sollen.

BERG-KARABACH
Wie die Friedenssuche zwischen Aserbaidschan und Armenien zwischen militanter Rhetorik und politischer Realität zerrieben wird. Und weshalb die Interessen Washingtons und Moskaus die Friedenssuche zusätzlich erschweren.

DROGEN

Jeder 16. Georgier ist drogenabhängig. Schuld daran ist vor allem der zur Heroin-Substitution gedachte Stoff „Subutex“. Er macht unter Jugendlichen auf den nächtlichen Straßen der Hauptstadt Tiflis die Runde und verbreitet sich wie ein Buschfeuer in der kleinen Bergrepublik im Kaukasus. An Entzugseinrichtungen mangelt es dagegen. „Die Drogen sind hier kein Problem, sondern eine Katastrophe“, sagen Mitarbeiter von Hilfsorganisationen.

GEOPOLITIK
Die USA haben angekündigt, Mittelstreckenraketen über Polen und Tschechien hinaus in weiteren Ländern Osteuropas und im Kaukasus stationieren zu wollen. Diese Absicht setzt die EU unter Entscheidungsdruck: Soll man mit unter den Schirm kriechen oder nicht? Die Meinungen sind geteilt. Können die USA damit ihr Ziel erreichen, die EU politisch zu spalten?

KAUKASUS

Sie führt vom südrussischen Rostow am Don durch die nord-kaukasischen Republiken Kabardino-Balkarien, Nord-Ossetien, Inguschetien, Tschetschenien bis nach Dagestan. Jeder Kilometer hat eine Geschichte zu erzählen. Eine Geschichte, die stellvertretend für die Verzweiflung, Bitterkeit und das Trauma einer ganzen Region steht. Die Stadt Beslan eingeschlossen, die im Herbst 2004 durch den Überfall auf die Schule Nummer 1 eine besonders traurige Berühmtheit erlangte.

KASACHSTAN

Fünfzehn Jahre nach dem Ende der Sowjetunion hat sich die einstige Sowjetrepublik Kasachstan zum „Kuweit Zentralasiens“ gemausert. Gebrauchtwagen aus Deutschland sind der Renner. Doch am neuen Reichtum haben die wenigsten Teil. Und einige vermissen auch Errungenschaften von einst, wie Ferienlager und kostenlose Medizinversorgung.

GEORGIEN

Die georgische Leibspeise Chatschapuri ist mehr als ein Gericht. In ihr spiegeln sich Seele und Zustand des Landes. Mit einem Mundvoll Chatschapuri stürzt man Präsidenten oder verzehrt es nach durchzechtem Abend als Aufsauger für Alkohol.

DAS ABGRÜNDIGE
Er sagte, er heiße Dima und kämpfe für Georgien. Um Abchasien, die ewige Heimat. Er sagte es beim ersten Zusammentreffen in einer Kaschemme – und immer wieder, wenn er meinen Zweifel spürte. Als er starb, war er nur noch eine verunsichernde Erinnerung.

RUSSLAND
Tschetscheniens Präsident Alu Alkhanow hat einen ungewöhnlichen Vorschlag zur Konsolidierung des angeschlagenen Images seines Landes gemacht: Tschetschenien soll umbenannt werden. Nokchoi, der alte Name, soll wieder gut machen, was Terrorismus und Krieg dem zerschundenen Land an Schaden zufügten. Rebranding nennt man diesen Imagewechsel in der Werbebranche. Solchen auf Städte und Länder anzuwenden, ist eine gute Idee, die künftig Friedenversträge überflüssig macht und jedem langweiligen Kaff neuen Pep verleiht.

TSCHETSCHENIEN
Der Kreml-Chef will den Großteil der russischen Truppen aus Tschetschenien abziehen. Damit überlässt er dem 30-jährigen Ramsan Kadyrow die Macht, der 20.000 Polizisten und Soldaten des tschetschenischen Innenministeriums befehligt.

ABCHASIEN

Moskau bittet den UN-Sicherheitsrat um Anhörung der Abchasen - ihre international nicht anerkannte Republik ist weniger ein von georgischer Unterdrückung befreites Land als eine rechtsfreie Zone für Schmierengeschäfte und Aggressionen aller Art.

TSCHETSCHENIEN

Russische Sicherheitskräfte haben den meistgesuchten tschetschenischen Separatistenführer Schamil Basajew getötet. Damit geht eine lange und grausame Terroristenkarriere zu Ende. Eine Garantie dafür, dass Tschetschenien jetzt befriedet wird, ist das Ereignis jedoch nicht.

TSCHETSCHENIEN
Mit einer eigenen Sicherheitstruppe bekämpft der neu gewählte Ministerpräsident Tschetscheniens die Separatisten in der abtrünnigen Kaukasusrepublik. Immer öfter gelingt es der Truppe, die Untergrundkämpfer sogar zur Aufgabe zu überreden. Bei Kremlchef Wladimir Putin hat Kadyrow deshalb mehr als einen Stein im Brett.

KAUKASUS
Nahe der kaukasischen Stadt Apscheronsk wurde einer der größten deutschen Soldatenfriedhöfe auf russischem Boden eingeweiht. 3.000 Gebeine wurden allein in den letzten beiden Jahren exhumiert.

GROSNY
Weil der Kreml im Kampf gegen den Separatismus auf zwielichtige Figuren setzte, wachsen in Tschetschenien neue Probleme. Jetzt muß der Militärstaatsanwalt für den Nordkaukasus eingreifen.

FUßBALL

Im Fußball können die Tschetschenen noch gewinnen. Der Verein Terek Grosny begeistert damit das geschundene Land im Kaukasus. Sogar eine der Hauptstadtmannschaften Rußlands mußte sich den elf Kämpfern aus Tschetschenien schon geschlagen geben. 2004 war die Truppe gar russischer Pokalsieger geworden.

NORDOSSETIEN

Ein Jahr nach dem Attentat auf die Schule Nummer 1 in Beslan gibt es wenig Trost und keine Antworten. Alltag ist in Beslan bis heute nicht eingekehrt.

DAGESTAN

Droht in Dagestan ein zweites Tschetschenien? Fast kein Tag vergeht in der Nachbarrepublik ohne Bombenexplosionen. Extremisten drohen bereits, Verwandte und Kinder von Polizisten ins Visier zu nehmen. Während Experten die Konfliktursache vor allem in der aktuellen politischen Führung Dagestans sehen, schiebt der Kreml Islamisten die Schuld zu.

KAUKASUS

Selbst Armeniern war es unbekannt: das handgeschriebene Werk aus dem alten Königreich Kilikien zur Heilkunst für Pferde. Die Linguistin Dum-Tragut vom Institut für Sprachwissenschaft der Universität Salzburg ist tief in das kaukasische Wissen über die Reittiere vorgedrungen und hat das Buch übersetzt.

KAUKASUS

Gerade wurden die ersten Abschnitte der BTC-Pipeline in Aserbaidschan eingeweiht. Die 1.800 Kilometer lange Ölröhre von der Kaspischen See zur Mittelmeerküste soll den Westen unabhängiger vom arabischen Öl machen. Doch das drei Milliarden Dollar teure Projekt ist nicht unumstritten. Die BTC verläuft durch ökologisch sensible Regionen und erdrutschgefährdete Bereiche.

SÜDOSSETIEN

Der Präsident der international nicht anerkannten Separatistenprovinz Südossetien, Eduard Kokoiti, erhebt schwere Vorwürfe gegen die georgische Zentralregierung: Die Regierung von Staatschef Michail Saakaschwili strebt einen monoethnischen Staat an und bedroht die Südosseten.

BESLAN
In Nord-Ossetien beginnt Mitte Mai der Prozeß gegen einen der Geiselnehmer von Beslan. Noch immer liegen die Umstände im dunkeln, die zur Erstürmung der „Schule Nummer 1“ führten.

GEORGIEN

Im März tourte das georgische Nationalballett durch Deutschland. Das Eurasische Magazin präsentiert Bilder und Impressionen vom Auftritt der kaukasischen Tänzer.

„SCHWARZE WITWEN“
Wenn Frauen am Widerstandskampf teilnehmen, dann meist mit einer Aufgabe: sterben

BESLAN
Zynische Aussagen über Beslan als zweite Wahl, die Schuld der Nordosseten und die Notwendigkeit weiterer ähnlicher Terrorangriffe

TSCHETSCHENIEN-KONFLIKT
Das Schicksal tschetschenischer Flüchtlinge bleibt in der deutschen Politik ein vernachlässigtes Thema

EURASIEN
Eine Analyse zum Konflikt um die politische Dominanz auf dem eurasischen Kontinent.

KAUKASUS
In Abchasien haben sich die Präsidentschaftskandidaten nach zweimonatigem Wahlkrimi geeinigt, die wichtigsten Staatsämter übergangsweise zu teilen. Im Januar soll dann neu gewählt werden.

BESLAN
Die trauernden Eltern von Beslan fragen noch immer nach dem Wer und Warum des Terrors

NORDOSSETIEN

Der berüchtigte tschetschenische Terrorist Schamil Basajew bekennt sich zu der Geiselnahme in Beslan.

KAUKASUS
Im nordkaukasischen Inguschetien haben Menschen einen Preis. Nur mit bewaffnetem Schutz bewegen sich Ausländer durch das Land.

KAUKASUS
Nordossetien möchte der kaukasischen Krise entkommen

TSCHETSCHENIEN
Tschetscheniens erstes Frauenmagazin verzichtet auf (Hoch-)Glanz und Schönheit

KAUKASUS
Die tschetschenischen Präsidentschaftswahlen sind bereits anberaumt, während man in Grosny noch die Trummer wegräumt, die der tödliche Anschlag auf Achmed Kadyrow hinterließ.

KAUKASUS

Tschetscheniens Nachbarländer wollen die Fluchtlinge nicht länger haben. Eine Alternative aber gibt es nicht.

TSCHETSCHENIEN
Die einzige Vereinigung unabhängiger Journalisten in Tschetschenien kämpft um ihre Existenz.

KAUKASUS
Nach dem tödlichen Anschlag auf Ahmed Kadyrow fordern russische Politiker,
Präsident Putin solle Tschetschenien unter seine direkte Verwaltung stellen.

KAUKASUS

Dr. Uwe Halbach, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin, über die Auswirkungen des Mordanschlags auf den tschetschenischen Präsidenten und die Hintergründe des Tschetschenien-Konflikts.

KAUKASUS

Der Graben zwischen Opposition und Macht wird immer tiefer. Präsident
Kotscharjan hat ein Demonstrationsverbot verhängt.

FOTOAUSSTELLUNG

Das kleine Land im Sudkaukasus gilt als Wiege einer der ältesten Kulturen der Menschheit und als der erste christliche Staat uberhaupt. Armenien ist auch uber ein Jahrzehnt nach der Trennung von der Sowjetunion noch immer im Umbruch begriffen. Die Veränderung nach Westen ist klar erkennbar, doch die Realität hinkt dem Traum der Armenier noch weit, sehr weit, hinterher. Es ist “ein Land auf dem Weg“, das Timo Vogt in seiner Ausstellung im
Eurasischen Magazin eindrucksvoll darstellt.

GEORGIEN – ADSCHARIEN
Nach dem Besuch des georgischen Präsidenten Saakaschwili in der abtrunnigen Provinz Adscharien hatte sich die Kriegsangst zunächst gelegt. Doch nun ist der Ton zwischen Tiflis und Batumi so rauh wie nie zuvor.

GEORGIEN
Deutsche Kriegsgefangene bauten die einzige Landverbindung zwischen Georgien und Abchasien: Die Brucke uber den Inguri

Zum Zentrum des eurasischen Kontinents ging die Abenteuerreise unseres Autors Hartmut Wagner. Er fuhr durch die riesige kasachische Steppenlandschaft, einst Heimat viehzuchtender Nomadenstämme, heute Herzstuck der jungen Republik Kasachstan. Sein Ziel war der kleine Ort Shidebaj, der als geographischer Mittelpunkt Eurasiens gilt.

FOTOAUSSTELLUNG

Das kleine Land im Sudkaukasus gilt als Wiege einer der ältesten Kulturen der Menschheit und als der erste christliche Staat uberhaupt. Armenien ist auch uber ein Jahrzehnt nach der Trennung von der Sowjetunion noch immer im Umbruch begriffen. Die Veränderung nach Westen ist klar erkennbar, doch die Realität hinkt dem Traum der Armenier noch weit, sehr weit, hinterher. Es ist “ein Land auf dem Weg“, das Timo Vogt in seiner Ausstellung im
Eurasischen Magazin eindrucksvoll darstellt.
In Inguschetien werden die tschetschenischen Fluchtlingslager aufgelöst, sollen Hilfsorganisationen ihre Arbeit einstellen

RUßLAND
Die politischen Beziehungen zwischen Moskau und Washington kuhlen langsam ab.

ABCHASIEN/GEORGIEN
Zehn Jahre nach dem Ende des Burgerkriegs mit Georgien macht sich Abchasien
auf den Weg nach Rußland. Mehr als die Hälfte der Bewohner haben
bereits die russische Staatburgerschaft angenommen

ASERBAIDSCHAN
Im Leben des verstorbenen aserbaidschanischen Präsidenten Gajdar Alijews
spiegeln sich Niedergang und Neubeginn der ehemaligen Sowjetrepubliken.

GEORGIEN

Nach elf Jahren im Amt ist der georgische Präsident Eduard Schewardnadse zuruckgetreten. Die Opposition, aufgestachelt und vereint durch die Fälschungen bei den Parlamentswahlen Anfang November, hat ihr Ziel erreicht. Doch Schewardnadse hinterläßt ein völlig heruntergewirtschaftetes Land.

GEORGIEN
Selbst die national gesinnten Oppositionsfuhrer wurdigten den Einsatz des russischen Außenministers Igor Iwanow, der eine Schlusselrolle bei der Lösung der georgischen Machtkrise spielte.

BAKU-TIFLIS-CEYHAN-PIPELINE
Im Jahr 2005 soll die Erdölpipeline aus dem aserbaidschanischen Baku uber die georgische Hauptstadt Tiflis zum turkischen Mittelmeerhafen Ceyhan fertiggestellt sein. Was ein reines Wirtschaftsprojekt zu sein scheint, ist in erster Linie der Versuch der aserbaidschanischen Regierung, sich aus der Abhängigkeit Rußlands zu befreien. Auch noch zwölf Jahre nach der offiziellen Auflösung der UdSSR laufen die großen Erdölleitungen, die den Kaspischen Raum mit den Weltmärkten verbinden, uber russisches Territorium.
Seit dem Untergang der UdSSR konnten die Besitzverhältnisse und der Status des Kaspischen Meeres nicht geklärt werden. Die funf Anrainerstaaten kämpfen um das Recht, die umfangreichen Ol- und Gasvorkommen auf dem Weltmarkt zu verkaufen.
Lösungsvorschläge fur die Konflikte im Sudkaukasus scheitern seit uber einem Jahrzehnt. Westliche Arroganz und der Egoismus der Großmächte treffen auf Verantwortungslosigkeit, Nationalismus und Blut-und-Boden-Theorien der betroffenen Nationen.
5000 Kinder leben in Georgiens Waisenhäusern. Die meisten haben Eltern.
Viele sind krank. Wenige haben eine Zukunft.

Weder der OSZE noch einzelnen Staaten ist es bislang gelungen, den Berg-Karabach-Konflikt
zwischen Armenien und Aserbaidschan beizulegen. Seit funfzehn Jahren harrt
die Auseinandersetzung nun einer Lösung. Der Verfasser, Politologe und
selbst Aserbaidschaner befurchtet, daß der Konflikt im Laufe dieses
Jahrzehnts wieder neu entflammen könnte. Er fordert daher einen Stabilitätspakt
fur den Kaukasus.

ARMENIEN
Jerewan, eine Stadt zwischen Orient und Okzident, die Verluste der Geschichte
und der Krieg um Karabach
Zwei konkurrierende Projekte zur Erschließung neuer Energiekorridore
in Eurasien
Werden die USA zur vorherrschenden Macht im größten Energiereservoir
der Erde? Das ist die entscheidende außenpolitische Frage der Zukunft.
Rizvan Nabiev analysiert das Ringen der Großmächte um den Zugang
zu den riesigen Ol- und Gasvorkommen und die Stationierung von Truppenkontingenten
im Zentrum Eurasiens.
Die tschetschenische Menschenrechtlerin Lipkan Basajewa hilft vergewaltigten
Frauen und will europäische Verantwortung

SUDOSSETIEN
Ist denn jenseits von Georgien schon mitten in Rußland?

REITERURLAUB
Auf Karatschaier-Pferden durch den südrussischen Kaukasus. Am Fuße des Elbrus, wo man Natur noch in seiner ganzen Schönheit erleben kann.

GEORGIEN
Vom Leben in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Von dem Wunsch nach Europa und der fragilen Schönheit georgischer Gastfreundschaft.
Von der Wichtigkeit Georgiens und der Unwichtigkeit der Friedensbemühungen im Kaukasus. Ein Bericht von Andrea Strunk.
Die aserbaidschanische Hauptstadt Baku wartet auf die Neuauflage des großen Ölbooms
Zehn Jahre sind vergangen, seit Abchasien sich gewaltsam von Georgien abspaltete. Eine Lösung des seitdem andauernden Konflikts ist nicht in Sicht. Zwischen den politischen Fronten und Egoismen werden die Menschen beider Länder zerrieben.

LITERATUR